Auf der Suche nach Klarheit

Veröffentlicht am 7. April 2022 um 16:58

Meine Reise in die Psychosomatische Reha und zurück.

Der Tag der Anreise, Dienstag, der 5.4.2022.

 

Um in der Psychosomatischen Klinik aufgenommen zu werden, musste ich gestern noch einmal zum PCR Test. Leider kam gestern Abend dann ein positives Ergebnis von meiner Ärztin. Ich konnte es nicht glauben. Seit 16 Tagen positiv. Und alle meine Schnelltests waren seit letztem Donnerstag negativ. Mein CT Wert lag laut Ärztin bei 31,9 bzw. 33,5.  Laut RKI gilt ein Wert ab 30 als nicht mehr ansteckend. Und für das Gesundheitsamt gelte ich mit negativem Schnelltest, nach insgesamt 12 Tagen als genesen. Doch die Reha Klinik erwartet ein negatives Ergebnis von mir. Also rufe ich um 8 Uhr morgens, bei dem immer freundlichen Herrn der Patientenaufnahme an und erkläre ihm meine Not. Da ist auch er erst einmal ratlos. Ich hatte den Reha Antritt, aufgrund meiner Corona Erkrankung erst um eine Woche verschieben müssen. Er will mir aber gerne helfen, dass ich nicht noch einmal  aufschieben muss. Und so hält er Rücksprache mit dem Chefarzt. Als dieser dann Gott sei Dank seine Einwilligung zu meiner Anreise erteilt, ist es zu spät, um den geplanten Zug zu erreichen.

Dennoch, es kann endlich losgehen. Zwei meiner Koffer befinden sich schon seit über einer Woche in der Reha Einrichtung. Ein Rucksack, meine Laptoptasche und eine viel zu schwere Reisetasche müssen jetzt noch mit. Unsere Nachbarin ist so freundlich und bringt mich zum Bahnhof. Dort muss ich mir dann ein neues Ticket kaufen. Das andere war Zug gebunden. Ärgerlich, aber nicht zu ändern. In letzter Minute erreiche ich, schwer beladen und schnaufend den ICE. Corona hat mir auch noch das letzte bisschen Kondition geraubt. Völlig fertig komme ich dann, mit noch zweimal umsteigen, an meinem Ziel an.

Die Dame am Infopoint empfängt mich sehr freundlich. Ich hatte in der letzten Woche häufiger Kontakt mit verschiedenen Klinikmitarbeitern, hauptsächlich aufgrund meiner Corona Erkrankung und dem daraus resultierenden Aufschub. Und ich hatte es immer mit sehr höflichen Menschen zu tun. Der freundliche Empfang lässt meine Anspannung etwas abfallen. Ich bekomme eine kurze mündliche Einführung und kann gleich zum Mittagessen. Da mein Magen in den letzten Tagen öfter gereizt ist, habe ich zwar Hunger, aber immer noch wenig Appetit. Und auch noch keinen Geschmack. Dementsprechend esse ich wenig.

Keine Zeit danach zum Luft holen. Das Gespräch mit der, mich in den nächsten 5 Wochen, behandelnden Psychologin steht an. Sehr jung, scheint sie mir. Ich kann wegen der Maske nur die Augen sehen. Ok, denke ich, jeder muss mal anfangen. Danach die Untersuchung und die Anamnese bei meinem Arzt. Ein sehr humorvoller und emphatischer Mensch. Ich fühle mich gut aufgehoben.

Doch plötzlich auch sehr verloren. Nachdem ich noch ein paar Worte mit anderen Neuankömmlingen wechsle, ziehe ich mich auf mein Zimmer zurück. Meine Koffer warten darauf ausgepackt zu werden. Ich bin sehr müde. Nach einem kurzen Telefonat nachhause, mache ich es mir mit meinem Hörbuch von Kurt Krömer gemütlich: „Du darfst nicht alles glauben, was du denkst.“ Leicht gesagt, beziehungsweise leicht geschrieben. Ich versuche also nicht daran zu glauben, dass ich im Leben versagt habe. Denn genau das denke ich gerade.

Lektion des Tages: Aller Anfang ist schwer!


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Kommentare

Anke vom Atelier
Vor 8 Monate

Liebe Daniela, du bist so stark, warst es in der letzten Zeit für mich ganzganz anleitend!!!
Ich schicke dir meinen herzlichen Gruß!
Anke

Daniela
Vor 3 Monate

Liebe Anke,

herzlichen Dank für Deine lieben Worte.
Ich hoffe wir sehen uns bald.

Ganz liebe Grüße

Daniela